Golf Son Servera- Die Mutter aller Golfclubs

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Die Mutter aller Golfclubs

Golf Son Servera feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen

Wenn es einen Golfclub auf Mallorca gibt, der tatsächlich einer ist, dann Golf Son Servera. Im Gegensatz zu allen anderen Plätzen auf der Insel, die ausschließlich zwischen zahlenden Tagesgästen sowie Dauerkarten-Abonnenten unterscheiden, gibt es auf der Anlage im Insel-Nordosten eine echte Clubstruktur - einschließlich Bridge-Nachmittage, Jahreshauptversammlung, Silvester-Ball, Vereinsvorstand und ehrenamtlichen Präsidenten. Das Sagen auf der 1967 eröffneten Anlage haben die rund 700 Mitglieder, bei denen es sich in der Mehrzahl um deutsche, spanische und Schweizer Teilzeit-Residenten rund um die Feriensiedlung Costa de los Pinos handelt.

Doch so unkompliziert und harmonisch wie das alles klingen mag, ging es in Golf Son Servera nicht immer zu. 2001 verwüstete ein schwerer Sturm die gesamte Anlage, die anschließend wochenlang unbespielbar war. Zehn Jahre nach der Katastrophe wurde der einstige 9-Lochplatz dann auf 18 Löcher erweitert. Die dafür notwendigen Investitionen führten den Club nur wenig später in ernsthafte wirtschaftliche Bedrängnis. „Wir waren 2012 einer Insolvenz doch recht nahe“, verrät Vereinspräsident Frank Blochmann. Nur mit Hilfe finanzkräftiger Unterstützung von Seiten mehrerer Mitglieder sowie einer rigorosen Straffung der Personal- und Betriebskosten konnte die drohende Pleite im letzten Moment abgewendet werden.>

Seitdem ist die Clubführung um Manager Stefano Bortolotti bemüht, Golf Son Servera wieder auf den Pfad alter und erfolgreicher Tugenden zurückzubringen. „Stefano ist einer unserer tragenden Säulen. Dank seiner Erfahrung in Management und Marketing haben wir auf und um den Platz in den vergangenen Jahren viel bewegen können“, lobt Präsident Blochmann. Neben der längst überfälligen Verlegung zusätzlicher Drainagen auf den Fairways, der kompletten Neugestaltung von Wegen sowie dem Aufstellen von Info-Tafeln an den Abschlägen wurden in Golf Son Servera auch die bis dahin weitgehend verkarsteten Randzonen bepflanzt und aufgehübscht.

Trotz dieser aufwendigen Image-Politur hat man im Club keinesfalls den Anspruch, in Zukunft vor allem besser situiertere Mitglieder oder Greenfee-Spieler anzulocken. „Wir werden bestimmt nicht in der Liga der teuren Golfplätze auf der Insel mitmischen“, sagt Frank Bochmann. „Um in Zukunft aber sowohl mehr Tagesspieler als auch Mitglieder zu generien, müssen wir ein überzeugendes Preis-Leistungsverhältnis anbieten können“. Bisher lagen die Greenfees je nach Saison zwischen 69 und 85 Euro für eine 18-Lochrunde. Damit zählt Golf Son Servera eindeutig zu den günstigeren Plätzen auf Mallorca.

Neben dem italienischen Manager Stefano Bortolotti und dem deutschen Präsidenten Frank Bochmann spielt auch eine Mallorquinerin eine der tragenden Rolle im Club. Die 21jährige Nuria Iturrios ist nicht nur die derzeit einzige Profi-Golferin der Balearen, sondern zugleich das Aushängeschild für die erfolgreiche Nachwuchsschmiede in ihrem Heimatclub Golf Son Servera. Kaum ein anderer Club der Insel hat in den vergangenen Jahren so viele Jugendspieler hervorgebracht, die im Kader der spanischen Nationalmannschaft vertreten sind. „Die Jugendarbeit zählt zu unseren Prioritäten“, sagt daher auch Präsident Bochmann. „Derzeit werden rund zwei Dutzend Kinder im Club unterrichtet. Drei von ihnen haben bereits einen Stipendien-Platz in der spanischen Golf-Förderschule ‚Blume‘ erhalten.“

Und noch ein anderer mallorquinischer Sport-Promi ist in Golf Son Servera des Öfteren zu Gast. So nutzt auch Tennis-As Rafael Nadal während seiner Insel-Aufenthalte die Trainingseinrichtungen in Golf Son Servera regelmäßig. „Der gehört mit zur Familie“, sagt Bochmann nicht ohne Stolz. „Und kann sich daher ganz unpräentiös bei uns bewegen“.

Der Club hat zudem zwei weitere Besonderheiten zu bieten. Er ist nach Golf Son Vida - der Club in Palmas Villenviertel wurde 1964 eröffnet - der zweitälteste Golfplatz auf der Insel. Und: Das rund sieben Hektar große Grundstück, auf dem die 18 Bahnen verlaufen, ist lediglich gepachtet. Derzeit bis 2020. Angst, dass die Eigentümer irgendwann vielleicht einmal auf die Idee kommen, das nahe am Meer liegende Anwesen für profitablere Zwecke nutzen könnte, hat Frank Bochmann aber nicht. „Die sind an uns genauso gefesselt wie wir an sie“. 

Ansonsten will man sich in Golf Son Servera für das in diesem Jahr fällige 50jährige Clubjubiläum rüsten. „Wir hoffen, dass die Anlage bis dahin sowohl in spieltechnischer als auch wirtschaftlicher Hinsicht wieder in absoluter Topform ist“, sagt Frank Bochmann. 

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